Dreikönigstreffen 2019: Für Europa kämpfen

Die Teilnehmer und Gäste des Dreikönigstreffens der Nottulner FDP freuten sich über die lockere Atmosphäre, die bei der inzwischen auch in Nottuln traditionellen Veranstaltung herrschte. Foto: Lukas Sydow

Während sich die Bundes-FDP am Wochenende in Stuttgart für das kommende Wahlkampfjahr positionierte, trafen sich auch in Nottuln die Mitglieder der Freien Demokraten zu ihrem politischen Jahresauftakt im Gasthof Graes. Bereits in den 1860er-Jahren fanden die ersten Dreikönigstreffen der Liberalen im Südwesten Deutschlands statt – eine lange Tradition, die nun schon seit Längerem auch in Nottuln gelebt wird.

In diesem Jahr warf die Europawahl ihren Schatten voraus. Der FDP-Kandidat für das Münsterland, Gregor Schäfer, war zu Gast, und auch die Redner aus Nottuln nahmen Bezug auf die anstehenden Wahlen zum Europäischen Parlament.

„2018 war turbulent – und auch 2019 wird sicher nicht langweilig“, begann Markus Wrobel, Vorsitzender des FDP-Ortsverbandes. Es gelte, der umgreifenden Europa-Skepsis mit Reformen zu begegnen. Die Europäische Union allerdings als Ursache für nationale Probleme darzustellen, „entblößt das wahre Gesicht der Populisten“, stellte er fest und blickte auf die vielen Errungenschaften, die es bereits gebe. „Wollen wir in die Kleinstaaterei zurückfallen?“, fragte er zum Ende seiner Rede. Stattdessen forderte er die Mitglieder und Gäste dazu auf, weiter an „unserem gemeinsamen Haus Europa“ zu bauen.

Fraktionsvorsitzender Helmut Walter schloss sich dem an und stellte fest, dass die Bereitschaft zum Kompromiss leider teils abhanden gekommen sei. Andererseits zeige das kommende Partnerschaftsjubiläum mit Saint-Amand-Montrond, dass die europäische Idee gelebt werde.

Während eines kurzen Rückblicks auf die politische Arbeit der Nottulner FDP im vergangenen Jahr nahm er insbesondere Bezug auf die Diskussion um die Sportstätten in den verschiedenen Nottulner Ortsteilen und zeigte sich überzeugt, dass diese trotz der hohen Kosten unerlässlich seien. Gleichzeitig stehe man vor dem „Desaster großer Kostensteigerungen“ und erlebe zum Teil „irritierende Entwicklungen“ in der Gemeindeverwaltung, so Helmut Walter.

Die Ausführungen der beiden Nottulner FDP-Politiker konnte Gregor Schäfer gut nachvollziehen. Der Spitzenkandidat der FDP im Bezirk Münsterland aus Lüdinghausen ist selbst in der Lokalpolitik verwurzelt und war besonderer Gast des Dreikönigstreffens der Nottulner Liberalen. „Wir dürfen Europa jetzt nicht den Populisten überlassen“, machte er direkt zu Beginn seiner Vorstellung vor der Nottulner Basis klar. Und zeigte sodann zugespitzt, worauf es ihm ankommt: „Der Krümmungsgrad der Bananen kann uns momentan ziemlich egal sein.“ Stattdessen brauche es eine Stärkung der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik durch eine Europäische Armee unter Hoheit des Europäischen Parlamentes, einen Ausbau der grenzüberschreitenden Zusammenarbeit sowie mehr Anstrengungen im Bereich der Bildung und des Bürokratieabbaus.

In diesem Sinne stimmte Gregor Schäfer die Mitglieder der FDP aus Nottuln auf den Europawahlkampf ein. „Europa ist in den Köpfen präsent“, meinte er zum Schluss und zeigte sich zuversichtlich, dass sich dies auch im Wahlkampf und bei der Europawahl am 26. Mai zeigen werde.

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